Eichenwald ist ein Symbol für Nachhaltigkeit


Auf drei Hektar Fläche legten die Rantrumer Bürger mit Hilfe des BUND und der Bingolotterie eine Allee mit jungen Eichen an. Auch eine Freilichtbühne und eine Baumkirche sind geplant.

Strahlend blauer Himmel, durchgehender Sonnenschein und satte 30 Grad Wärme ließen das Ereignis zu einem echten Erlebnis werden. Im Beisein hochrangiger Gäste aus Politik und Wirtschaft und vieler Einwohner starteten Bürgermeister Horst Feddersen und Reinhard von Gehren vom BUND-Landesverband gestern um 14 Uhr zu einer Begehung der neuen Eichenallee. Gemeinsam mit der Gemeinde hat hier die BUND-Gruppe Nordfriesland einen Zukunftswald gepflanzt, der aus vielen fünf Meter hohen Eichen besteht. „Dieses Projekt wird bereits seit Mitte der 90er Jahre an verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins realisiert und ermöglicht auch im waldärmsten Bundesland Baumpflanzungen außerhalb von gesetzlichen Vorgaben“, betonte Reinhard von Gehren. Der Zukunftswald der aufstrebenden Gemeinde besteht zunächst aus einer gut 180 Meter langen Eichenallee, die sich harmonisch in das bestehende Wiesengelände einfügt. Zwischen den Stieleichen entstand beidseitig eine Benjeshecke. „Wir haben bewusst Eichen gepflanzt, weil es diesen für Schleswig-Holstein typischen Baum heute in Nordfriesland leider nur noch als Überhälter in durchgewachsenen Knicks oder als Gehöfteinrahmung gibt“, hob Reinhard von Gehren hervor. „Diese schönen Bäume sind zugleich eine Investition für die Zukunft und ein Symbol für die Nachhaltigkeit. Sie werden viele Generationen überdauern und sind für die heutige Generation ein deutlicher Auftrag zum Erhalt der Natur über unseren begrenzten Blickwinkel hinaus.“ Die Bürger reagierten mit spontanem Beifall. Heiterkeit kam auf, als von Gehren darauf hinwies: „Sie hören und sehen es gerade: Sogar die vielen Spatzen fühlen sich hier wohl.“ Bürgermeister Horst Feddersen machte deutlich, „dass sich die drei Hektar große Fläche gut zwischen dem bestehenden und dem nächsten anvisierten Neubaugebiet einfügt“ Künftig werden in diesem „Naherholungsbereich für Groß und Klein“ eine Freilichtbühne sowie eine „Baumkirche“ entstehen. An den Kosten von 20 000 Euro beteiligten sich „Bingo!-Die Umweltlotterie“ mit 15 000, die Gemeinde mit 3 000 und die Baumpaten mit 1 000 Euro. Weitere 1 000 Euro kamen durch ehrenamtlichen Einsatz zusammen. Als Baumpaten verewigten sich vor Ort Ursula und Erwin Lehmann aus Garbsen im Landkreis Hannover. Die Naturliebhaberin entschied sich bei Eintritt in den Ruhestand anstelle eines Abschiedsgeschenkes für die Übernahme einer Baumpatenschaft in einem Zukunftswald - und enthüllte vor Ort ein entsprechendes großes Hinweisschild.

An der feierlichen Einweihung, an die sich ein gemeinsamen Kaffeetrinken in der Mehrzweckhalle anschloss, nahmen der neue Pastor Nils Kiesbye, der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Struwe, Amtsvorsteher Jens Christian, Rantrumer Gemeindevertreter, Carl-Heinz Christiansen von der BUND-Gruppe NF sowie Geert Leimich vom BUND-Landesvorstand teil. Bürgermeister Feddersen wünschte sich, „dass dieser Ort immer mit Leben erfüllt und als Stätte der Begegnung genutzt werden möge“. „Eine dringende Abschlussbitte“ richtete Reinhard von Gehren an den Gemeindechef: „Vergesst nicht, die Eichen reichlich mit Wasser zu versorgen. Genau wie wir leiden auch sie unter ständigem Durst.“ Das versprach der Bürgermeister.

B U N D - Erlebnisraum Rantrum

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